#46 Sexarbeit, Selbstwert und Freiheit - Ein Gespräch mit Anne Bonny
Shownotes
**Sexarbeit, Konsens und Selbstbestimmung. **
In dieser Folge von „Sex in Berlin“ spricht Nike mit Anne Bonny über die vielen Facetten von Sexarbeit in Deutschland. Anne ist im Vorstand von Hydra e.V., einer Beratungsstelle zu Sexarbeit und Prostitution in Berlin.
Anne erzählt offen von ihrem eigenen Einstieg in die Sexarbeit, klaren Grenzen und davon, wie professioneller Umgang mit Sexualität auch das private Leben prägen kann. Gemeinsam räumen Nike und Anne mit gängigen Mythen auf: Warum Sexarbeit nicht automatisch Gewalt bedeutet, weshalb das Opfer-Narrativ Sexarbeitenden schadet und warum Konsens sehr wohl verhandelbar ist, auch wenn Geld im Spiel ist.
Ein intensives Gespräch über Autonomie, gesellschaftliche Doppelmoral, Schamund die Notwendigkeit, Sexarbeit differenziert, menschenwürdig und faktenbasiert zu betrachten.
Willkommen und viel Spaß bei Sex in Berlin!
Alle Infos zum Podcast und dieser Folge:
Sex in Berlin Eine Studio36 Produktion Host: Nike Wessel Redaktion: Ella de Fries Ton & Schnitt: Amadeus Lindemann
Über Anne Bonny:
Website: www.linke-fuer-selbstbestimmung.de Instagram: https://www.instagram.com/anne.bonny.berlin/
Du vermisst unsere englischen Folgen? Wir sind umgezogen. Alle englischen Folgen findest du ab jetzt auf diesem Kanal (wir freuen uns sehr über Bewertungen und Abos): https://open.spotify.com/show/6ZLLqrAefa6xOir3Ee3CB3
Studio36 Website: https://studio36.berlin/ Studio36 Instagram: https://www.instagram.com/studio36.berlin/
Über Nike: Nike Wessel LinkedIN: https://www.linkedin.com/in/nike-wessel-73496118a/recent-activity/all/ Nike Wessel Instagram: https://www.instagram.com/nike_wessel/
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Schickt uns Liebesbriefe, Feedback und Anfragen an: info@studio36.berlin
Transkript anzeigen
00:00:05: Mich hat die Sexarbeit sehr selbstbewusst gemacht.
00:00:09: Und ich bin kein Opfer.
00:00:11: Konsens kann man nicht kaufen.
00:00:14: Warum denn nicht?
00:00:26: Herzlich willkommen zu der neuen Folge von Sex in Berlin.
00:00:30: Und heute habe ich das große Glück, direkt zum Start in dieses neue Jahr mit Anne Bonny zu sprechen.
00:00:36: Sie ist Vorstand von Hydra e.V Hallo Anne, herzlich willkommen.
00:00:40: Und wir beide starten jetzt gemeinsam ins neue Jahr.
00:00:43: Und zwar reden wir über das ganz große Thema Sexwork, weil Sexpositivität ist ja auch sehr groß.
00:00:52: Aber vor allen Dingen ist es eben ein Bereich, in dem es verschiedene Facetten gibt.
00:00:57: Und ein Teil ist eben auch Sex gegen Geld.
00:01:01: Und wer sich damit eben sehr gut auskennt, das ist Anne Bonny.
00:01:05: Und meine erste Frage wäre, dass wir uns vielleicht einfach erst mal so ein bisschen kennenlernen.
00:01:10: Wo geht denn deine Geschichte los?
00:01:12: Was würdest du sagen, wenn ich so quasi ganz am Anfang bei dir starten möchte, wo beginnt deine Geschichte?
00:01:22: Also mit der Sexarbeit beginnt die Geschichte schon relativ früh.
00:01:26: Ich habe so mit achtzehn, neunzehn angefangen in der Sexarbeit zu arbeiten.
00:01:33: Ich habe damals neben Abi bei Burger King gearbeitet, damals gab es noch keinen Mindestlohn, ich habe sechs Euro fünfzig die Stunde verdient.
00:01:41: Und da habe ich mir dann einfach einen besseren Job, besser bezahlten Job gesucht.
00:01:45: Es war eine relativ pragmatische Entscheidung bei mir.
00:01:50: Also wo, in welcher Stadt?
00:01:52: Ach so, damals habe ich noch in Frankfurt am Main gelebt und habe da meinen Fachabitur machen wollen und Ich habe damals noch in dieser City-Zeitung geschaut.
00:02:07: Damals gab es noch nicht so viel Internet-Sachen.
00:02:11: Und ja, habe so eine Anzeige gefunden von einem Massagesalon.
00:02:17: Und da stand auch für Anfängerinnen.
00:02:20: Und dann bin ich da hingegangen und so relativ, relativ naiv, würde ich sagen, damals noch so ein bisschen und habe da dann festgestellt, dass das erotische Massagen sind.
00:02:32: Dann habe ich gesagt, okay, da muss ich noch mal ein, zwei Tage drüber schlafen.
00:02:38: Habe ich dann auch gemacht.
00:02:39: Und die Entscheidung, das zu machen, ist aber relativ schnell gefallen.
00:02:43: Und ja, dann habe ich erstmal im Massagesalon gearbeitet.
00:02:46: Und dann, das habe ich so ein paar Monate gemacht, habe mich am Geld gefreut, würde ich sagen.
00:02:53: Und habe dann aber auch ... Ich bin dann aber auch, dachte dann okay, da geht irgendwie noch mehr, oder was gibt's denn noch?
00:03:04: Und auch, wie kann ich denn noch mehr Geld verdienen?
00:03:06: und so?
00:03:06: Und dann bin ich das erste Mal in eine Agentur mit Bodell gegangen auch.
00:03:13: Und dann Bodell mit Agentur, also wo man dann im Bodell arbeitet, aber auch Escort macht.
00:03:19: Also auch Hausbesuche und Hotelbesuche und so.
00:03:22: Nimm mich noch einmal mit quasi zu dem ersten Mal.
00:03:24: Du hast erfahren, das sind erotische Massagen.
00:03:28: Du hast dich dann dafür entschieden nach ein paar Nächten und dann praktisch kam der erste Klientkunde zu dir.
00:03:35: Wie war das?
00:03:36: Ich muss sagen, ich erinnere mich gar nicht an den ersten Kunden.
00:03:39: So richtig an den ersten Kunden im Massagesalon erinnere ich mich gar nicht so richtig.
00:03:43: An den ersten im Modell erinnere ich mich so.
00:03:46: Und auch den ersten aus der Escort-Zeit erinnere ich mich dran.
00:03:51: Ich glaube das erste im Massagesalon, das war für mich, also ich war nie sexuell unaufgeschlossen oder so.
00:03:59: Ich war eh schon ein bisschen unterwegs so und für mich war das alles nicht so richtig neu.
00:04:05: Wie gesagt, das war so ein bisschen pragmatisch und im Massagesalon da durfte mich auch niemand anfassen, also das war da nicht vorgesehen, sondern da geht es mir darum, Massage und so mit Abschluss Happy End sozusagen.
00:04:23: Und ich weiß nur noch so ein paar, also ich erinnere mich noch an ein paar Sachen aus dem Massage sehr lange, aber das ist einfach auch schon zwanzig Jahre her.
00:04:35: An jeder einzelne Person erinnere ich mich da nicht mehr.
00:04:38: Und wie war das dann das erste Mal im Modell?
00:04:41: Also, wie hat sich das angefühlt?
00:04:43: Aufregend irgendwie.
00:04:45: Und die Person wusste auch, dass ich das jetzt das erste Mal mache.
00:04:51: Also, dass das so mein erstes Mal ist und war auch sehr nett zu mir.
00:04:56: Und wir haben ein bisschen miteinander gequatscht.
00:05:00: Und ja, ich fand es einfach mega spannend.
00:05:04: Und da gehen hier ganz, ganz viele Sachen durch den Kopf.
00:05:10: angefangen, du fragst dich natürlich auch, so bin ich sexy oder dies oder das, ich meine solche Sachen fragt man sich später nicht mehr so doll irgendwie, dann merkt man, dass das zum sexy sein ganz andere Sachen gehören als ein flacher Bauch oder irgendwelche hübschen Desus oder so.
00:05:28: Und ich weiß noch, dann war das eigentlich auch echt schön fand ich, also es ging auch schnell und dann haben wir noch ein bisschen gequatscht.
00:05:39: Und ich weiß noch, dass er mich dann noch gefragt hat, wie ich dazu gekommen bin und warum ich das mache und so.
00:05:47: Und ja, war eigentlich eine ganz angenehme Erfahrung, würde ich sagen.
00:05:53: Und was ist der Vorteil von Sexualität, wenn es in so einem klaren Rahmen ist?
00:05:58: Also, wenn man weiß, dass es ungefähr die Länge dafür gibt, das Geld, was ist daran gut?
00:06:04: Also... Da kann ich jetzt wirklich nur von mir sprechen.
00:06:08: Ich will niemanden... Das ist ganz wichtig.
00:06:12: Da spreche ich nur von meiner eigenen Erfahrung.
00:06:16: Mich hat die Sexarbeit sehr selbstbewusst gemacht.
00:06:20: Und das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen doof an, aber auch professionell in dem Umgang mit Sex einfach.
00:06:26: Und wenn man das unter den richtigen Umständen macht, die Sexarbeit für sich, dann ist das... Dann gibt's da sehr klare Grenzen einfach.
00:06:39: Also zum Beispiel, wenn eine Person mich was fragt, was die Person gerne machen würde und ich aber sage, ne, ist bei mir nicht drinne, dann ist das nicht drinne.
00:06:52: Und wenn man zum Beispiel fragt, ob er ohne Kondomsex haben kann, dann sage ich, no und ciao.
00:07:03: und das überträgt sich oder hat sich bei mir auch ins Privatleben übertragen.
00:07:09: Also ich war es noch früher, hatte ich dann Freundinnen und die wussten nicht, was ich für ein Job mache, weil ich das lange heimlich gemacht habe oder weil ich mich natürlich auch im Selbstdickmarthen-Kopf hatte in der lange Zeit.
00:07:24: Und die haben mir dann immer erzählt, wenn sie mal irgendwie im Club waren oder mal haben wir einen Typen abgeschleppt oder so.
00:07:31: Und dann heißt er, ja, ich hatte Sex mit dem.
00:07:32: Und dann habe ich gesagt, ja, aber mit Bummi war.
00:07:35: Und dann meinten die oft, oft, also nicht immer, aber oft so, nee, hab ich mich, weiß nicht, hab ich mich nicht getraut und so.
00:07:42: Und für mich war das immer so, hau, so, sagst du.
00:07:47: Und ich hab das halt irgendwie durch die Sexarbeit, hab ich das so für mich gelernt.
00:07:51: So, da ist eine Grenze und Punkt.
00:07:54: Und ich weiß, wie ich das professionell mache und wie ich das straight rüberbringe.
00:08:00: Ja, also das hatte, das ich glaube, wenn ich so zurückblicke, hatte das so ein Vorteil für mich in dem Moment.
00:08:07: Also ein klarer Rahmen, eine Absprache vorher und dann auch Regeln, an die man sich hält.
00:08:12: Genau, also das ist Sexarbeit, wenn sich Kundinnen nicht an Regeln halten oder Dinge tun, die du nicht möchtest oder über deine Grenzen gehen und dann und du da nicht direkt Stopp sagen kannst oder direkt Hilfe bekommen oder die Person rausschmeißen kannst.
00:08:35: Dann ist es halt nicht mehr Sexarbeit.
00:08:41: Dann ist das halt ein sexueller Übergriff.
00:08:43: Sexualisierte Gewalt.
00:08:44: Das kann natürlich in der Sexarbeit passieren.
00:08:48: Aber
00:08:51: Sexarbeit bedeutet eigentlich, dass du sehr genau verhandelst.
00:08:55: was geht und was nicht und da dann auch deine Grenzen setzt.
00:08:59: Und die kannst du aber über Zeit setzen, also das ist nicht so, dass ich am Anfang mit einer Person spreche und sage, okay, die nächste Stunde geht das und das und das, sondern das darf ich auch zu jeder Zeit neu entscheiden.
00:09:13: Ich habe auch ein Widerrufrecht auf meinen Konsens natürlich zu jeder Zeit.
00:09:18: Wenn ich merke, das geht doch gar nicht, oder die Person verhält sich jetzt gerade absolut daneben und es konnte ich ja vorher gar nicht abschätzen, dann kann ich natürlich immer noch Stopp sagen.
00:09:31: Oder sagen jetzt, ab hier geht es nicht weiter oder so, das kann ich jederzeit neu entscheiden.
00:09:36: Das hört sich jetzt alles eigentlich wie nach anderen, wie nach ganz normalem guten Sex an.
00:09:42: Man sollte vorher verhandeln, man darf immer Stopp sagen, man darf Konzent zurückziehen, man bespricht miteinander, was geht und was nicht.
00:09:48: Und alles andere, selbst wenn man sich schon in einer Situation befindet, wenn man Stopps sagt, danach ist es quasi ein Übergriff und ist es eben nicht Sex, sondern sexualisierte Gewalt oder Gewalt an sich.
00:10:00: Vielleicht kannst du mir noch mal einmal beschreiben, du hast eben gesagt, man kann sich, du hast auch gelernt, wie man sexy sein kann ohne hübsche Unterwäsche oder ob der Bauch so oder so ist.
00:10:11: Was ist für dich sexy sein?
00:10:13: Was hast du gelernt?
00:10:15: Also ich habe, also ich habe für mich gelernt, dass sexy sein überhaupt erstmal nichts mit dem Aussehen zu tun hat.
00:10:22: Also und dass das eher ... eher der Umgang mit Sex für mich ist.
00:10:29: Aber Sexdesign bedeutet auch für jede Person was ganz anderes.
00:10:32: Das ist sowas Individuelles.
00:10:34: Und du kannst, meinetwegen, die normschönste Person sein in jedem hübschsten, krassesten Desus.
00:10:40: Und da wirst du immer noch nicht die Lieblingsperson von allen Menschen sein oder so.
00:10:46: Und ich glaube Sexdesign ist eine ganz, ganz individuelle Sache und für mich bedeutet es, dass ich frei in meiner Sexualität bin.
00:10:56: dass ich nicht darauf achte, wie sehe ich hier gerade aus und dass ich halt so ohne Scham Sex habe.
00:11:06: Du hast eben trotzdem einmal gesagt, es hat gedauert, bis du davon erzählt hast, was du jetzt machst.
00:11:12: Du hast dich dafür... freiwillig entschieden, aber eben auch, weil du dringend Geld brauchtest, dass du Sexarbeit machst und hast es aber so, wie ich dich jetzt verstanden habe, nicht sofort allen erzählt.
00:11:25: Warum nicht?
00:11:25: Warum hast du deinen Freundin, deiner Familie nicht sofort gesagt, was du tust?
00:11:32: Ehrlich, ich weiß es heute nicht mehr.
00:11:35: Also ich kann es mir erklären, warum ich es nicht erzählt habe, aber im Endeffekt hat es mich... sehr geschädigt ist, solange nicht zu erzählen.
00:11:43: Und ich habe tatsächlich eigentlich meine komplette Karriere lang, würde ich mal sagen, also in der Zeit, wo ich wirklich sehr aktiv gearbeitet habe, vollzeit gearbeitet habe als Sexarbeiterin, habe ich es niemandem erzählt.
00:11:58: Niemandem.
00:11:59: Und das halt, also ich hatte, was es macht mit dir ist halt, es macht dich verdammt einsam so, weil du fürst halt ein Doppelleben im Endeffekt und Das ist absolut anstrengend.
00:12:12: Du brauchst immer eine Geschichte.
00:12:15: Wo bist du abends?
00:12:17: Oder wo bist du tagsüber?
00:12:19: Wenn ich im Bordell gearbeitet habe oder so.
00:12:21: Natürlich habe ich mir Geschichten ausgedacht.
00:12:23: Aber die Aufrecht zu erhalten über eine lange Zeit ist verdammt anstrengend.
00:12:28: Und das steht natürlich auch Beziehungen dann im Weg, wenn man lügt oder wenn man nicht die komplette Wahrheit sagen kann oder irgendwie sowas.
00:12:38: Ja, also ich bin heute total froh, geoutet zu sein, weil ich auch nur so jetzt auch hier sitzen kann und über unsere Situation, über die Situation der Sexarbeiten in Deutschland sprechen kann, für uns auch, für unsere Rechte kämpfen kann auch.
00:12:57: Und was halt auch schlimm ist, wenn Personen nicht wissen, also oder für sich, dass so eine Scham darin haben.
00:13:04: dass sie sexarbeitende sind und das so wegschieben, so wie ich das so ein bisschen gemacht habe.
00:13:09: Ich habe immer gesagt, ja, ich studiere ja und nebenbei mache ich halt diesen Job.
00:13:16: Das hast du auch vor dir gesagt?
00:13:17: Ja, das war so mein Ding.
00:13:19: Das war halt ich so im Kopf.
00:13:20: Dabei habe ich gar nicht richtig studiert.
00:13:23: Ich war vielleicht eingeschrieben oder so.
00:13:25: Aber ich habe halt vollzeit als Sexarbeit dran gearbeitet.
00:13:28: In was warst du eingeschrieben?
00:13:30: Ich habe damals, ach in vielen Sachen, ich habe damals Architektur erst gehabt, dann, oh Gott, irgendwas mit Vermessungstechnik, dann, dann war es, und dann BWL.
00:13:46: Also richtig, aber halt alles auf so Fachunis und so, weil ich hatte ja nur ein Fachabitur gemacht und das auch eher so mit und brechen.
00:13:55: Ich habe halt nie so richtig, ich habe das nicht so richtig geschafft mit dem System und ich habe tolle ADAS und für mich war Schule, Abitur, Uni war fast unmöglich für mich.
00:14:10: Also, ich habe das nicht hingekriegt.
00:14:14: Was hast du erzählt von dem, was du dann eigentlich machst abends?
00:14:18: Also, was hast du gesagt, was du für ein Job machst?
00:14:20: Also, ich habe nicht erzählt, dass ich einen Job mache.
00:14:23: Ich habe meistens erfunden einen Menschen erfunden, bei dem ich bin.
00:14:28: Ich bin heute Abend wieder bei XY.
00:14:31: Irgendwie habe erfunden, dass ich vielleicht einen Freund habe, also einen Partner.
00:14:37: bei dem ich dann bin und so, wenn ich eigentlich im Hotel war oder ein Modell.
00:14:43: Ich habe auch mal erzählt, dass ich in einem Callcenter arbeite, weil da kann mir auch nicht angerufen werden, das ist ja ganz gut.
00:14:52: Das Problem ist, wenn man das selbst so von sich wegschiebt in dem Moment und dann wissen viele, also ich, hätte ich das mal nicht gemacht, wäre ich damit mal auf einer Umgang, wäre ich glaube ich nicht so einsam gewesen?
00:15:06: am Ende und hätte mich auch ganz anders mit dem Thema auseinandersetzen können, also so anstatt das immer so verheimlichen und so von meiner eigentlichen Person wegzuschieben und so.
00:15:18: Heute ist mir das total wichtig, dass die Leute das wissen.
00:15:21: Ich erzähle das neuen Leuten so spätestens beim zweiten Wein sozusagen und weil ich finde, dass das ganz ganz wichtig ist, auch um zu verstehen, mit wem sie, also Mit wem sie eigentlich sprechen, das gehört einfach, das ist Lebenserfahrung, das gehört zu meiner Person.
00:15:36: Du
00:15:37: bist ja auch gerade in Deutschland.
00:15:38: eigentlich die zweite Frage, was arbeitest du?
00:15:40: Da ist es eben ganz schnell immer so, was machst du so beruflich?
00:15:43: Weil man sich da irgendwie in anderen Ländern, habe ich gehört, ist das anders, aber bei uns wird es ziemlich schnell gefragt, weil man sich dann schon immer so ein Bild macht von der anderen Person, was sie eigentlich in vierzig Stunden oder ein bisschen weniger oder mehr die Woche tut.
00:15:55: Was würdest du denn sagen, du hast es nicht erzählt?
00:15:58: Und das hat ja nicht nur mit dir zu tun, dass du vielleicht da jetzt nicht total clever drauf gekommen bist, sondern das ist ja auch was Gesellschaftliches.
00:16:05: Also das gibt ja auch einen Grund, warum du das nicht erzählt hast.
00:16:08: Was ist das für ein Umfeld oder für ein gesellschaftliches Milieu, warum Sexarbeit eben so anders angesehen wird als jetzt ein Job bei McDonalds oder Lehrerin oder Podcasterin?
00:16:18: Also ... Es gibt halt eine ganz, ganz massive Sexarbeitsfeindlichkeit in Deutschland.
00:16:26: Aber halt auch, also ich glaube, das ist weltweit.
00:16:29: Ich rede jetzt mal von Deutschland hier, von unserer Situation auch.
00:16:35: Und das geht halt mit einer ganz massiven Stigmatisierung einher, also mit einem hohen Stigma.
00:16:42: Und das liegt einerseits an ganz, ganz alten... konservativen Frauenbildern und ganz konservativen Sexualmoral.
00:17:00: Wenn wir darauf gucken, woher Sex-Arbeitsfeindlichkeit kommt, dann ist das historisch gewachsen aus Strukturen.
00:17:08: eine Frau.
00:17:10: Ich sage Frau in meinen Anführungsstrichen, weil Sexarbeit eigentlich ein sehr diverses Feld ist.
00:17:16: Aber damals, also dieses grundlegende Bild ist halt, eine Frau hat Monogramm zu sein, eine Frau hat auch keinen Spaß, am Sex zu haben oder so, oder eine freie Sexualität zu haben oder so.
00:17:29: Und das spitzt sich natürlich in der Sexarbeit völlig zu, weil da eine Frau oder eine Person eigentlich Komplette Autonomie über die eigene Sexualität im Kapitalismus und den Patriarchat nehmen kann, wenn es unter den richtigen Umständen passiert.
00:17:51: Natürlich.
00:17:52: Was ist denn das Verletzendste, was Leute sagen oder denken, wenn du sagst oder was du denkst, was andere über dich denken, wenn du sagst, du prostituierst dich oder machst Sexarbeit?
00:18:05: Ja,
00:18:06: also
00:18:06: erstmal sage ich es immer noch nicht so gerne, wenn man mich in der zweiten Frage fragt, was machst du denn beruflich?
00:18:11: Dann sage ich meistens so, ja, ein Aktivismus, Feminismus.
00:18:15: So
00:18:16: machst du ja auch.
00:18:17: Ja,
00:18:17: sicher, aber es gibt dann immer so, wenn ich sage, sobald man das Wort Sexarbeit sagt, gibt es halt... große Augen, irgendeine Diskussion.
00:18:26: Und auch selbst wenn es keine schlimme Diskussion ist, ist es immer irgendeine Frage, die man noch zusätzlich beantworten muss.
00:18:32: Und man weiß auch dann nie, wie die Menschen einen so sehen.
00:18:37: Und das Verletzendste ist eigentlich gar nichts, was eine Person, die es nicht böse meint, die vielleicht nicht aufgeklärt genug ist, über die ganze Sache sagen kann.
00:18:48: Man kann mich schwierig verletzen mit dem Thema.
00:18:51: Aber man kann mich auch nicht beleidigen mit irgendeinem Wort oder so, dann sage ich so, hey, das ist kein schönes Wort, das diskriminiert mich ein bisschen, bitte benutzt das nicht mehr.
00:19:01: Hier ist ein besseres Wort für dich.
00:19:04: Aber was mich total verletzt, sind halt die Personen, die aufgeklärt sind, die Bescheidwissen über unsere Situationen in Deutschland, über die politische Situation auf und sich trotzdem hinstellen und sagen, du bist ein Opfer.
00:19:19: Und ich bin kein Opfer.
00:19:21: Ich sehe mich selbst nicht als Opfer.
00:19:23: Und das ist eigentlich so, da krieg ich richtig, das merke ich jetzt selbst, wenn ich nur darüber spreche, ich krieg so einen richtigen, da zieht sich in mir alles zusammen.
00:19:33: Das ist richtig Stress.
00:19:34: Und das ist eigentlich so am diskriminierensten.
00:19:38: Und das geht halt mit diesem hohen Stickmar einher.
00:19:42: Das wird auch davon vorangetrieben.
00:19:46: Da würde ich gerne noch mal ein bisschen reingehen.
00:19:47: Und zwar meine Töchter, die sind super coole Berliner Mädchen.
00:19:52: Und dann fragt sie jemand auf der Straße, was ihr Body Count ist.
00:19:56: Einfach ein fremder Mann, fragt meine Teenie-Tochter quasi, wie viel Sexualpartner sie schon hatte, ob er ihr das sagen mag.
00:20:06: Was ist denn dieses Huren-Stigma?
00:20:08: Oder was ist das, dass wir bewerten, mit wie viel Menschen ... Frauen geschlafen haben und danach bewerten wir sie.
00:20:17: Kannst du uns das noch mal quasi auch in der Schwere noch mal darstellen, wie wir da vor allen Dingen eben weiblich gelesene Personen, Frauen, bewerten, wenn sie Anzahl X an Sexualpartnern hatten oder zum Beispiel das auch jetzt gegen Geld machen, egal wie, aber quasi.
00:20:34: warum ist Hure so ein, quasi so was, warum wird es so benutzt, wie es benutzt wird?
00:20:42: ist ein Schimpfwort, genau Hurensohn.
00:20:44: Warum ist das so ein ... Kannst du mir das noch mal oder uns noch mal einmal auch quasi in dem patriarchalen Kontext noch mal ...
00:20:52: Ja.
00:20:52: ... wirklich
00:20:52: noch mal sagen in der Schwere, wie das eben Frauen verletzt, beleidigt, genau.
00:20:58: Ja, also es bedeutet ja im Endeffekt, dass eine Frau oder eine weiblich gelesene Person, die mehrere Sexualpartner hat oder ... dann über eine bestimmte Zahl an Sexualpartnern hat, weniger wert wäre als eine Frau, die weniger Sexualpartner gehabt hätte oder so.
00:21:20: Also je mehr Sexualpartner du hast, desto wertloser wird sozusagen die Frau.
00:21:27: Also das heißt, Sex wertet eine Frau im Endeffekt ab.
00:21:33: Und das ist einfach eine massiv Misugüne und ganz, ganz... ein ganz, ganz altes Muster.
00:21:41: Und ich merke auch, dass das halt wiederkommt.
00:21:44: Also so eine konservative Sexualmoral und so eine restriktive Einstellung zu Sex, wie jetzt zum Beispiel in der Sexarbeitsfeindlichkeit, die macht ja nicht bei Sexarbeit halt.
00:22:01: Das kommt ja aus ganz anderen Strukturen.
00:22:05: Man will uns im Endeffekt ja vorschreiben, warum wir Sex haben dürfen.
00:22:10: Und mit wem und wie oft?
00:22:12: Ja, und Sex-Arbeitsgegnerinnen argumentieren ja auch so, ja, Konsens kann man nicht kaufen und so.
00:22:21: Und dann denke ich mir immer so, warum denn nicht?
00:22:24: Weil Konsens kommt aus einer, warum eine Person Konsens gibt?
00:22:31: Das kommt aus, da hat jede Person eine ganz eigene... Motivation.
00:22:36: Und wir dürfen doch niemandem vorschreiben, was diese Motivation ist, um Sex zu haben.
00:22:44: Ich kann doch niemandem vorschreiben, wie die jeweilige Person selbst bestimmt Sex hat.
00:22:50: Und wenn wir das in der Sexarbeit sagen, hey, nee, du darfst kein Sex für Geld haben.
00:22:55: Diese Motivation, Geld zu bekommen, ist nicht okay, um als erwachsene Person Ja zu was zu sagen.
00:23:04: Dann frage ich mich, was ist denn dann okay, um Ja zu sagen?
00:23:07: Ist es Liebe?
00:23:09: Ist es Ehe?
00:23:10: Darf ich dann nur noch Sex haben, wenn ich komplett verknallt bin oder die wahre Liebe habe oder wenn ich verheiratet bin?
00:23:19: Das kennen wir ja aus ganz anderen Strukturen.
00:23:21: Das kennen wir so aus der richtig konservativen rechten Ecke auch, diese Argumentation.
00:23:26: Da sind wir dann bei Purity Culture, da sind wir bei Tread Vives und ich will keiner Frau vorschreiben, dass sie nicht Hausfrau sein darf, soll sie.
00:23:35: Aber da werden.
00:23:36: momentan kommt ja wieder so eine Welle, ein Konservativismus oder einen konservativen Gedankengut.
00:23:44: Und das ist, das passiert ja nicht irgendwo da hinten auf der rechten Seite, wo ich es aus meiner linken Perspektive einfach nur bewerten oder angucken muss, sondern das passiert in jeder in jedem Detail in unserem Leben.
00:24:04: Und da müssen wir ganz, ganz doll aufpassen, dass wir da nur, weil wir vielleicht die Motivation von einer anderen Person nicht verstehen oder nicht nachvollziehen können, dass wir die dann, dass wir da dann Selbstbestimmung infrage stellen oder den oder einer anderen Person aberkennen.
00:24:22: Solange die Person damit niemand anderem wehtut, ist doch alles okay eigentlich.
00:24:28: Ander, was sind denn drei Vorteile über Sexarbeit, die wir jetzt heute ausräumen können?
00:24:33: Drei Dinge, die man nicht sagen soll oder die einfach nicht stimmen.
00:24:38: Also, ja, es gibt halt so massive Narrative, die so rumgeistern über Sexarbeit.
00:24:45: Und das eine ist, das eine große, größte ist halt dieses Opfernarrativ.
00:24:51: Ja, also das per se ... Sexarbeit ist auch gleich Gewalt erleben oder Sexkauf ist gleicher Gewalt.
00:25:00: Das stimmt einfach nicht.
00:25:02: Ich muss aber, da müde ich gerne kurz ein bisschen ausholen, weil das ganz, ganz wichtig ist auch.
00:25:07: Ich will auf gar keinen Fall was beschönigen.
00:25:11: Wir haben in der Sexarbeit, das ist ein risikobahafteter Job und viele Menschen, die in der Sexarbeit sind, tun diesen Job.
00:25:23: Arbeiten prekär in einer prekären Lebenssituation.
00:25:26: Wir haben in der Sexarbeit Menschen, die aus wirklicher Armut arbeiten, Menschen, die arbeiten, weil sie auf dem regulären Arbeitsmarkt komplett e-diskriminiert sind, weil sie zweifach, dreifach marginalisiert sind durch vielleicht, weil es Person-of-Color sind, weil es migrantische Personen sind, weil es trans Personen sind und so.
00:25:51: Und denen dann vielleicht, wo das einfach dann auch eine Alternative ist zum regulären Arbeitsmarkt, um Lebensunterhalt zu beschreiten.
00:26:04: Und dann haben wir aber auch Menschen, die also Armuts Armutsprostitution, Beschaffungsprostitution, Menschen, die auf der Straße stehen, weil sie durchs Raster gefallen sind, weil sie obdachlos sind, weil sie vielleicht an der Suchterkrankung leiden.
00:26:24: Und das ist natürlich nicht... da dann die Freiwilligkeit in der Arbeit zu erkennen, ist ganz, ganz schwierig.
00:26:34: Da kann sich eine privilegierte Person natürlich hinsetzen und kann sagen, oh ja, ich mache den Job so freiwillig und so gerne.
00:26:41: Die prekäre Arbeit, die ist natürlich nicht maximum, die ist nicht empowernd krass oder so, wenn du da auf der Kurfürstenstraße stehst.
00:26:49: Aber das Problem ist, dass ein... eine Kriminalisierung der ganzen Sache oder ein Verbot, den Menschen ja nicht helfen würde und das würde sie eher entmündigen und wir würden denen eher ihre Überlebensgrundlage im Kapitalismus wegnehmen.
00:27:09: und auch Menschen, die eine Suchterkrankung haben oder wegen Armut arbeiten, auch diese Menschen haben Würde und haben Selbstbestimmung.
00:27:21: So, da kann man nicht einfach hingehen und Mensch sich als Retterin über diese Menschen erheben und sagen, du darfst das jetzt nicht mehr machen, wenn diese Menschen gar nicht nach Rettung gefragt haben.
00:27:34: Und wir dürfen diese Menschen nicht per se als Opfer abstempeln.
00:27:41: Wir müssen den ganz viel Mündigkeit und Handhabe einräumen.
00:27:45: Und dafür müssen wir halt an ganz andere Strukturen ran als an irgendeine Kriminalisierung, wie jetzt zum Beispiel bei der Kundenkriminalisierung, die die CDU fordert und so, dass wir da an Strukturen ran müssen wie Armut, Suchtprävention, Bleiberechte für migrantische Personen.
00:28:06: Ja, die gar keine andere, die keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, die brauchen andere Arbeitsrechte und so.
00:28:18: Wir hatten jetzt noch nicht über die politische Situation gesprochen, aber diese Kundengriminalisierung, die die CDU möchte, das ist Symbolpolitik und Feigenblattpolitik dafür, nicht über echte sozialpolitik sprechen zu müssen.
00:28:38: Nee, das ist super wichtig.
00:28:40: Das ist auch für alle, die es noch nicht mitbekommen haben.
00:28:42: Also es gibt jetzt eben gerade von der CDU oder von aus konservativen politischen Kreisen eben die Forderung dieses sogenannte nordische Modell, also dass freier bestraft werden einzuführen in Deutschland.
00:28:51: Und da sind eben alle Verbände und Menschenrechtsorganisationen und europaweit die sehr, sehr viele vor allen Dingen die betroffenen Verbände oder die, um die es geht, absolut dagegen.
00:29:05: Also wie ich dich verstehe, ist das gerade für die Menschen, die es ausführen, nicht das richtige, so eine Art von Schutz.
00:29:16: Es geht ja bei Sex in Berlin ganz viel um sexpositive Räume und auch dort gibt es ja immer wieder auch Sexarbeiterinnen.
00:29:24: Vielleicht kannst du mir einmal sagen, wer Du hast eine kurfürsten Straße, hier in Berlin erwähnt, Straßenprostitution.
00:29:30: Wer macht denn noch Sexwork?
00:29:33: Wen können wir da noch drunter sehen?
00:29:35: Also was ist mit Tantra oder BDSM?
00:29:38: Wer würde alles unter einem Verbot von Sexarbeit fallen?
00:29:45: Nicht nur die Straßenprostituierten, sondern wer fällt alles drunter?
00:29:48: Und wie ist es auf sexpositiven Events oder Partys mit Sexarbeit?
00:29:55: Ja, dann fange ich einfach damit an, was Sexarbeit eigentlich alles ist.
00:29:59: Und Sexarbeit ist nicht nur die Arbeit auf der Straße oder im Modell oder als Escort.
00:30:08: Das ist ja, also das ist körpernahe Arbeit, aber genauso gehört dazu Tantra zum Beispiel oder erotische Massagen und dann auch also zum... einen großen, solidarischen Feld der Sexarbeit gehört, hat auch Chronographie oder Camgirls oder Onlyfans.
00:30:29: Und es gibt natürlich auch noch die Sexualassistenz.
00:30:34: Das ist, was es in Deutschland leider nur sehr wenig irgendwie tatsächlich gefördert wird, aber zum Beispiel Menschen mit Behinderung... bekommen Sexualassistenz, um ihre, ihre sexuelle Selbstbestimmung auch ausleben zu können.
00:30:59: Und genau das, das alles ist eigentlich Sexarbeit.
00:31:04: Da gibt es noch bestimmten paar Sachen, die ich noch vergessen habe.
00:31:07: Ach ja, genau, sexpositive Räume.
00:31:10: Also, wenn wir dann zum Beispiel in Saunaklubs gucken oder in Zwingaklubs oder so, da sind auch immer, also... Nicht immer, ich war nicht in jedem Zwingerclub in Deutschland, aber da sind auch Sexarbeitende unterwegs.
00:31:24: Da werden vielleicht bezahlt da vom Club oder werden dann auch da von den Gästen bezahlt und so, das gibt es alles.
00:31:34: Und auch in Partyräumen, sexpositive Partys und so gibt es Sexarbeitende manchmal.
00:31:44: Ein Bonny von Hydra, was würdest du dir wünschen für dieses Jahr, wenn du ein Wunsch frei hättest?
00:31:50: Wäre ich jetzt eine gute Fee?
00:31:52: und ich würde dir sagen, was wünschst du dir persönlich und politisch?
00:31:55: Was wäre das?
00:31:57: Also persönlich ist es eigentlich beides dasselbe.
00:32:02: Also persönlich und politisch wünsche ich mir, dass die Menschen ein bisschen Tieferschauen, besonders bei unserem Thema.
00:32:13: Es ist nicht so einfach, dass wir sagen, ein Verbot würde jetzt Opfern von Gewalt und Zwang helfen.
00:32:24: Ich würde mich freuen, wenn Leute auf die Wissenschaft vertrauen.
00:32:28: Es gibt so viele Studien, so viele Einschätzungen von Unabhängigen.
00:32:32: Menschenrechtsorganisationen, die vor der Einführung dieser Kundengriminalisierung waren.
00:32:40: Ich würde mir wünschen, dass die Menschen sich richtig informieren und nicht auf irgendein konservativen Populismus reinfallen.
00:32:48: Das würde mein Leben sehr viel einfacher machen und auch das würde auch das Leben von ganz, ganz vielen Menschen, gerade denen, die eh schon in prekärer Arbeit sind, würde das das Leben sehr schützen.
00:33:02: Und ich hoffe, dass – das hoffe ich aber für die gesamte politische Entwicklung – dass wir eine menschenwürdige und eine solidarische Politik machen.
00:33:19: Das wäre mir sehr wichtig.
00:33:23: Und was wünscht du dir persönlich?
00:33:25: Jetzt, das neue Jahr liegt vor uns.
00:33:29: Ich arbeite so viel, es ist schwierig da einen Unterschied zu machen gerade.
00:33:37: Ich persönlich wünsche mir, dass ich weiterhin mit tollen, solidarischen Menschen, die aufgeschlossen dem Thema gegenüber sind und mit einer Offenheit durchs Leben gehen, dass ich weiter mit solchen Menschen arbeiten kann, dass ich weiter in der Lage bin, für unsere Rechte zu kämpfen und auch für die Menschen, denen es halt nicht so gut geht wie mir.
00:34:05: Genau, das wünsche ich mir.
00:34:06: Herzlichen Dank für das schöne Gespräch.
00:34:09: Danke auch.
00:34:09: Alle Informationen zu eurem Verein.
00:34:11: finden wir wie immer in den Show-Notes.
00:34:13: Und ich glaube jetzt auch alle politischen Sachen, die anstehen, die gibt es auch bei euch auf der Website, so wie ich das verstanden habe.
00:34:21: Ja, also besucht gerne unsere Website und für alle Sexarbeitenden.
00:34:25: Wir haben auch ein Peer-to-Peer-Space.
00:34:28: Ihr könnt da gerne hinkommen und besuchen.
00:34:31: Ihr könnt bei uns Beratungen kriegen und Hilfe in allen Lebenslagen.
00:34:37: Herzlichen Dank für das Gespräch und dann wünsche ich uns beiden noch einen schönen Tag und viel Energie für dieses Jahr.
00:34:43: Danke schön.
00:34:44: Danke dir.
00:34:47: Das war wieder eine Folge Sex in Berlin.
00:34:49: Herzlichen Dank fürs liebevolle Lauschen.
00:34:52: Ich habe mich sehr gefreut.
00:34:53: und für alle, die uns unterstützen möchten, wir haben ja zwei Bücher draußen, einmal Sex in Berlin und dann Sex in ganz Deutschland plus Österreich und Schweiz.
00:35:02: Das heißt Sex, quasi was alles angeht, eben auch von den Alpen bis zur Meer.
00:35:08: Beide Bücher findet ihr natürlich auf unserer Website.
00:35:11: Alle Informationen wie immer in den Show Notes und kommt gerne einmal bei Sex in Punkt Berlin.
00:35:16: Berlin vorbei und da findet ihr weitere schöne Artikel zu allen Themen rund um Sexpositivität.
00:35:23: Bleibt liebevoll, geht gut miteinander um und lasst uns Stigmata und Vorteile einfach dieses Jahr so viel wie möglich wegpacken und uns gut und verbindend begegnen.
00:35:35: Herzlichen Dank, tschüss eure Nikke.
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